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Musik als Motor der Jugend: Ein Gespräch mit Kai Wingenfelder

Kai Wingenfelder von Fury In The Slaughterhouse reflektiert über fast 40 Jahre im Musikgeschäft. Ein Gespräch über das Geheimnis jugendlicher Energie und anhaltenden Erfolg.

Von Thomas Neumann1. Juli 20263 Min Lesezeit
Aktueller Stand

Kai Wingenfelder von Fury In The Slaughterhouse reflektiert über fast 40 Jahre im Musikgeschäft. Ein Gespräch über das Geheimnis jugendlicher Energie und anhaltenden Erfolg.

Wie bleibt man in der Musikszene relevant, wenn man fast 40 Jahre dabei ist?

Eine Frage, die sich jede Band früher oder später stellen muss. Kai Wingenfelder, der charismatische Sänger der Kultband Fury In The Slaughterhouse, hat sich dieser Herausforderung mit bemerkenswerter Leichtigkeit genähert. „Manchmal habe ich das Gefühl, die Zeit steht still. Es kommt mir vor, als ob wir erst gestern aufgetreten sind“, sagt er und zögert nicht, seinen eigenen jugendlichen Enthusiasmus zu betonen. Der Schlüssel zum anhaltenden Erfolg? Eine wunderbare Mischung aus Neugier und der Fähigkeit, sich ständig neu zu erfinden.

Natürlich ist die Musikbranche kein leichtes Pflaster. Trends kommen und gehen, und doch ist Fury In The Slaughterhouse seit den späten 1980er Jahren eine feste Größe in der deutschen Rocklandschaft. Wingenfelders Geheimnis liegt möglicherweise darin, dass er die eigentliche Leidenschaft für die Musik nie verloren hat. „Es ist nicht nur ein Job für mich; es ist meine Lebensaufgabe. Ich finde es faszinierend, wie unsere Musik bei neuen Generationen ankommt.“

Was bedeutet es, mit einer Band so lange zusammenzuarbeiten?

Man könnte denken, dass fast vier Jahrzehnte in der gleichen Band eine Quelle ständiger Rivalität und Spannungen wäre. Wingenfelder sieht das anders. „Wir kommen aus einer Zeit, in der Bandmitglieder wie Familie waren. Klar, man hat mal unterschiedliche Meinungen, aber das ist normal. Wichtiger ist, dass wir in der Lage sind, unsere Differenzen konstruktiv zu nutzen.“ Diese familiäre Atmosphäre scheint sich auch auf die Musik auszuwirken – die Band hat einen erfrischend unverfälschten Sound bewahrt, der seit den Anfängen eine gewisse Authentizität vermittelt.

Wie bleibt der kreative Prozess frisch und aufregend?

Im Laufe der Jahre haben viele Bands den kreativen Zenit überschritten und sich in die Routine zurückgezogen. Fury In The Slaughterhouse hat jedoch scheinbar einen anderen Weg gewählt. „Unsere Kreativität speist sich aus dem Leben selbst“, erklärt Wingenfelder. „Wir haben alle Höhen und Tiefen erlebt, und die werden Teil der Songs.“ Er spricht über die neuen Einflüsse, die die Bandmitglieder durch persönliche Erlebnisse und gesellschaftliche Themen in ihre Musik einbringen. „Es gibt einfach so viel, was uns inspiriert. Die Welt ist voller Geschichten, und wir möchten, dass unsere Musik diese erzählt.“

Gibt es eine bestimmte Philosophie, die die Musik von Fury prägt?

Wingenfelder ist unmissverständlich, wenn es um die Kernwerte geht, die die Band leiten. „Wir wollen eine Botschaft der Hoffnung und des Zusammenhalts vermitteln. Gerade in diesen ungewissen Zeiten ist das unserer Meinung nach wichtiger denn je.“ Diese Philosophie hat sich über die Jahre nicht verändert und bildet das Fundament für die Texte und Melodien, die Menschen auf der ganzen Welt berührt haben. Das einfache, aber tiefgründige Motto „Musik als Gemeinschaftserlebnis“ zieht sich durch das gesamte Werk der Band.

Wie betrachtet man die Herausforderungen der modernen Musikindustrie?

Die Musikindustrie hat sich in den letzten Jahrzehnten drastisch verändert. Streamingdienste und soziale Medien haben die Art und Weise, wie Musik konsumiert wird, revolutioniert. Wingenfelder hat dennoch einen klaren Blick darauf, wie diese Veränderungen sowohl Fluch als auch Segen sein können. „Die Vorteile sind offensichtlich: Wir können unsere Musik direkt mit den Fans teilen. Aber der Druck ist enorm. Die Schnelllebigkeit der Trends kann überwältigend sein.“

Dennoch sieht er die Szene nicht als bedrückend an. „Wenn man sich anpasst und offen für Veränderungen bleibt, ist es eine spannende Zeit. Ich finde es faszinierend, wie viele Möglichkeiten heute existieren, um kreativ zu sein.“

Was kommt als Nächstes für Fury In The Slaughterhouse?

Wenn man Kai Wingenfelder fragt, was die Zukunft bringt, strahlt er eine ansteckende Vorfreude aus. „Wir haben noch so viel vor. Natürlich planen wir neue Alben und Touren, aber wir wollen auch neue Wege der Zusammenarbeit und des Austauschs ausprobieren.“ Ob durch innovative Konzerterlebnisse oder Kollaborationen mit anderen Künstlern – die Band bleibt beständig auf der Suche nach neuen Herausforderungen.

Die Unberechenbarkeit der Zukunft kann zwar beängstigend sein, aber für Wingenfelder ist das alles Teil des Abenteuers. „In der Musik ist es wie im Leben: Man weiß nie, was als Nächstes kommt, und genau das macht es so spannend.“

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